Sommer raus – Herbst rein: Schokoladiger Birnenkuchen

Eine Hochzeit, ein Urlaub und ein Krankenhausaufenthalt – all das lag zwischen dem letzten und diesem Eintrag auf 10 dag Liebe.
Die letzten Wochen waren turbulent und es blieb mir weder Zeit zum Backen noch zum Schreiben. Aber jetzt, wo sich die Wogen wieder etwas geglättet haben, gibt’s heut wieder mal ein Rezept, ganz nach dem Motto „Sommer raus – Herbst rein“!
Wie in den letzten Jahren verbrachten wir auch heuer wieder ein paar Tage auf einem Campingplatz in Italien.
Wir genossen die spätsommerlichen Sonnenstrahlen und erfrischende Bäder im Meer, inhalierten die unvergleichliche „Meeresbrise-Sonnencreme-Pinienwald-Grillkohle-Antimückenspray“-Duftmischung, machten uns auf die Suche nach den schönsten Muscheln (bzw. nach allem was im Entferntesten nach Muschel aussieht, die Mädchen stellen hier eindeutig Quantität vor Qualität, weswegen wir jetzt im Besitz einiger Sandküberl bis oben hin gefüllt mit Muschelsplittern sind), sammelten Treibgut, zelebrierten den nachmittäglichen Cappuccino im Strandcafé, spazierten abends im warmen Licht des Sonnenuntergangs über den weichen Sand und ließen die Tage mit Pizza, Spaghetti und Eis ausklingen.

10 dag Liebe Backblog Urlaub
Auch wenn am Strand oft ein frischer Wind wehte und die Nächte schon fast etwas kühl zum Campen waren, war es doch ein richtiger Sommerurlaub für uns.

10 dag Liebe Backen österreichisch Urlaub 2
Umso größer war dann der Schreck auf der Heimfahrt, als nach dem Tauerntunnel der Blick aufs Thermometer fiel!
6 Grad um 22 Uhr – Willkommen im Herbst!
Das Gefühl von „DerSommeristvorbeinächsteWochebeginntdieSchuledieArbeitruftundbiszumnächsten-Sommerurlaubdauertesnoch351Tagedashalteichnichtaus“, bei dem sich unweigerlich ein dicker Kloß im Hals bildet und man gerne ein bisschen weinen möchte, stellte sich auch am nächsten Tag beim Anblick unseres Gartens ein. Der Rasen (bzw. das, was davon über ist) übersät mit Laub, die Stauden welk und verblüht und auch die Ziergräser hatten sich farblich schon an die neue Saison angepasst: Marsala ist in unserem Garten quasi das neue Grün – wir liegen also voll im Trend.

Um mich (und euch) hier jetzt nicht in eine frühherbstliche Depression zu stürzen, zumal sich der Altweibersommer dieses Wochenende in seiner schönsten Form zeigt, habe ich beschlossen, mir die Vorzüge dieser Jahreszeit vor Augen zu halten: reife Birnen, Zwetschgen und Kürbisse wohin man schaut, Haus und Garten schreien förmlich nach einer Deko-Rundumerneuerung, statt Muscheln sammeln die Mädchen und ich einfach Kastanien und Nüsse und zum Backen bleibt auch endlich (hoffentlich) wieder mehr Zeit.
In diesem Sinne hier auch gleich das Rezept für einen spätsommerlichen/frühherbstlichen

Schokoladenkuchen mit Birnen

10 dag Liebe Schokoladenkuchen mit Birnen

Zutaten (für eine Springform mit ca. 26 cm Durchmesser):
50 dag Birnen (geschält, entkernt, geviertelt)
Saft einer halben Zitrone3 El Honig
10 dag Zartbitter-Schokolade
15 dag Butter (zimmerwarm)
3 Eier
12 dag Zucker
1 gehüfter EL ungesüßtes Kakaopulver
23 dag Mehl
1/2 Pckg. Backpulver
150 ml flüssiger Schlagobers

10 dag Liebe Schokoladen-Birnenkuchen

Zubereitung:
1) Die geschälten, entkernten und geviertelten Birnen mit Zitronensaft und Honig marinieren und abgedeckt ca. 30 min im Kühlschrank ziehen lassen.
2) Das Backrohr auf 160 Grad Umluft vorheizen, eine Springform einfetten.
3) Mehl, Backpulver und Kakao in einem extra Schüsserl mischen und beiseite stellen.
4) Die Schokolade im Wasserbad schmelzen. In der Zwischenzeit Butter, Zucker und Eier mit dem Mixer oder der Küchenmaschine aufschlagen. Die geschmolzene Schokolade einrühren, bis eine cremige Masse entsteht.
5) Die trockenen Zutaten abwechselnd mit dem Schlagobers vorsichtig und auf niedrigster Stufe unter die Masse heben.
6) Den fertigen Teig in die Springform füllen und dicht mit den Birnenvierteln belegen.
7) Bei 160 Grad ca. 60 Minuten backen

Genießt das Wochenende und habt einen tollen Start ins neue Schuljahr!
Alles Liebe, Annina

Zwetschgenfleck und Hitzewelle-Bilanz

Es war schon wieder verdächtig lange still hier, ich weiß. Aber die letzten zwei Wochen war das Wetter so wunderbar hochsommerlich, dass ich kurzerhand beschlossen habe, mich nicht in die Küche zu stellen oder vor den Computer zu setzen. Der Sommer ist einfach viel zu kurz, um drinnen Kuchen zu backen und zu bloggen. Da muss man Prioritäten setzen, hilft nicht.
Und an erster Stelle meiner Prioritätenliste der vergangenen Tage stand riesig und fett: BADEN GEHEN. Und so verbrachten die Mädchen, Herr B., die Großeltern H. und ich wunderbare Stunden am Attersee, in denen wir hauptsächlich schwammen, paddelten, Schwäne und Enten beobachteten, in der Sonne faulenzten und Eis aßen.

AtterseeSommerglück pur. Also fast. Ein paar lästige Sommerärgernisse schlichen sich nämlich auch ein.

Hier eine kleine Bilanz der Hitzewelle der letzten Tage im Familienkreis 10 dag Liebe:

+
2 (teilweise) glückliche und gut gelaunte Kinder
8 (teilweise) glückliche und gut gelaunte Erwachsene
2,5 kg Spaghetti
47 Portionen Kaffee
18 Eis am Stiel
2 Geburtstagskuchen
7 gelesene Bücher
65 Partien Uno
1 Stand-Up-Paddel-Board und ein neues Lieblings-Familienhobby
unzählige geschwommene Meter im türkisblauen Wasser


2 sehr unglückliche Katzen (wegen glücklicher Kinder)
2 Wespenstiche (kleines Mädchen und Annina)
1 Knieverletzung von Beinahe-Fenstersturz beim Fensterputzen (Großtante E.)
15 Gelsenstiche + 4 Ameisenbisse (Tante V.)
1 kleiner Treppensturz ins Wasser (kleinstes kleines Mädchen) – keine Sorge, nix passiert
2 gebrochene Zehen (Onkel M. und Fast-Tante A.),
1 gestauchter Finger (Annina)
leichte Kopfschmerzen (Herr B., vom Rotwein am Abend zuvor)

Scheinbar sind Großeltern H. die einzigen, die die Hitze und den Trubel unbeschadet überstanden haben.

Alles in allem ist es jetzt also vielleicht gar nicht schlecht, dass das Wetter umgeschlagen hat und es heute eher nach Spätherbst inklusive Regenschauern aussieht, als nach Hochsommer.
Das Verletzungsrisiko beim Backen von Zwetschgenkuchen gilt doch eher als gering und auch die Kinder sind im Hausinneren vorerst in Sicherheit.

Zwetschgenfleck

10 dag Liebe Zwetschgenfleck

Zutaten für ein Blech:
1/2 Würfel frischer Germ
9 dag Zucker
200 ml Milch
50 dag Mehl
1 Prise Salz
1 Ei
7 dag flüssige Butter
2 kg Zwetschgen
3 dag Zucker zum Bestreuen

Zubereitung:
1) Germ und 1 EL Zucker in der lauwarmen Milch auflösen. 15 Minuten zugedeckt rasten lassen.
2) 25 dag Mehl mit Salz, Ei und 9 dag Zucker mischen. Die Milch-Hefe-Mischung und die zerlassene Butter unterrühren. Danach die restlichen 25 dag Mehl langsam unterkneten. Den Teig an einem warmen Ort für 45 Minuten zugedeckt gehen lassen, bis er ca. das doppelte Volumen erreicht hat.
3) Die Zwetschgen waschen, abtropfen lassen, entkernen und anschließend vierteln.
4) Backrohr auf 200 Grad Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
5) Den fertigen Teig nochmals gut durchkneten und dann auf dem mit Backpapier ausgelegten Blech ausrollen.
6) Die Zwetschgen überlappend auf den Teig schlichten und mit 3 dag Zucker bestreuen.
7) Bei 200 Grad Umluft ca. 45 Minuten backen.
Kleiner Tipp (im Nachhinein ist man ja immer schlauer): den Kuchen GANZ auskühlen lassen vor dem Schneiden, dann verlaufen die Zwetschgen nicht ganz so schlimm wie bei mir 😉 !

Alles Liebe
Annina

Das Himbeer-Törtchen, der Würdenträger und ich

Es gibt ein Wort, das lange, lange Zeit keine Bedeutung in meinem Leben hatte. Ein Wörtchen, das keine Anwendung in meinem täglichen Sprachgebrauch fand und über das, sollte ich es jemals zufällig irgendwie gehört oder gelesen haben, ich niemals näher nachgedacht hatte.
Knapp 30 Jahre meines Lebens konnte ich gut ohne dieses Wort leben, ich habe es mit Garantie nie benutzt, weder mündlich noch schriftlich. Doch seit einigen Jahren bereichert es sowohl meinen Alltag (auf lästige Weise) als auch meinen Wortschatz (auf absolut unnötige Weise).
Ihr erratet nie, um welches Wort es sich handelt. So banal und so unsinnig ist es nämlich.
Würdenträger. Genau. W-Ü-R-D-E-N-T-R-Ä-G-E-R.
Ha. Damit hattet ihr jetzt nicht gerechnet, stimmt’s?

Wie sich der Würdenträger langsam aber konsequent in mein Leben einschleichen konnte, ist einfach und schnell erzählt: seit ich Besitzerin eines Smartphones inkl. automatischer Textkorrektur bin, treffen der Würdenträger und ich täglich aufeinander. Nämlich immer dann, wenn ich gerne „würde“ schreiben möchte. Dann bessert mein Telefon das ganz schnell und ohne Nachfrage aus in Würdenträger. „Ich Würdenträger vorschlagen, wir treffen uns um ….“ oder „Ich Würdenträger gerne die Wand blau streichen, was meinst du, sieht das gut aus?“ oder „Würdenträger es dir etwas ausmachen, unser Treffen um eine Stunde zu verschieben?“ sind jetzt nur einige wenige Beispiele.

Aber mal ehrlich: WÜRDENTRÄGER!?! Ist das wirklich ein Wort, das so oft im Schreib-Alltag verwendet wird, dass es tatsächlich in der Autokorrektur vorgeschlagen werden sollte? Was hat denn so ein Würdenträger in Kurznachrichten (ernsthaft jetzt) zu suchen?
Eine SMS mit dem Inhalt „Schatz, morgen Abend kommen ja die Würdenträger zum Essen. Was kochen wir?“ zu erhalten, ist doch genauso unwahrscheinlich wie eine whatsapp mit „Gestern habe ich einen Würdenträger kennen gelernt 🙂 ! Total süß 🙂 ! Wir haben uns verabredet ❤ !“
Also WER bitte benutzt dieses vollkommen absurde Wort in Kurznachrichten? Es ist mir ein Rätsel und doch ich bin mir sicher, dass mich der Würdenträger noch lange begleiten wird, jetzt wo er schon ganz fest in meinem Wortschatz und noch fester in meinen Gedanken verankert ist.
So fest verankert, dass ich ihn sogar nachgeschlagen habe. „Wụ̈r·den·trä·ger, Substantiv [der], Person, die ein hohes Amt innehat“, meint das Wörterbuch.
So weit, so gut, das wäre also geklärt. Nur, wenn man einer Person, die ein hohes Amt innehat, eine Kurznachricht schreibt, braucht man das Wort Würdenträger an sich dann? „Sehr geehrter Herr Würdenträger, ihr Auto steht zur Abholung bereit. Ihr Auto-Service-Partner“. Und er selbst wird ja wohl nicht antworten: „Perfekt. Ich hole es um 18 Uhr. MfG, Würdenträger“. Unwahrscheinlich (meiner Meinung nach).

Das einzige Anwendungsbeispiel, das mir in schlaflosen Momenten und Augenblicken mit viel Zeit zum Nachdenken einfällt, sind whatsapp Gruppen von Personenkreisen, die sich in irgendeiner Art und Weise mit Würdenträgern beschäftigen.
So eine Gruppe von Politikern zum Beispiel. Die schreiben dann Sätze wie „Hi! Geht morgen wer Nationalratssitzung? Weiß jemand, welche Würdenträger da dabei sind? Und was wir besprechen? Hab die Agenda iwie verlegt :-/ ! Schönes Wochenende euch allen 🙂 !“
Oder im Schützenverein, da lautet die Nachricht dann vielleicht „An alle Würdenträger! Morgen eine Stunde früher zum Schützenfest kommen, für euch gibt’s vorher gratis Bier und Grillhendl!“
Oder unter Journalisten „Weiß zufällig jemand die Namen der kirchlichen Würdenträger bei dem Konklave gestern? Ich brauch‘ die bitte dringend für die Bildunterschrift beim Gruppenfoto!“

Ihr seht schon, ich habe mich ausführlich mit dem Thema auseinander gesetzt (zu viele schlaflose Nächte in letzter Zeit). Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass auch ich eines Tages dieses unsagbar unnütze Wort in einer Nachricht verwenden kann. Vielleicht hab ich ja mal einen Würdenträger als digitalen whatsapp-Brieffreund. Dem schreib ich dann: „Lieber Würdenträger, ich Würdenträger mich freuen, dich persönlich kennenzulernen und Würdenträger dich gerne auf Kaffee und Kuchen einladen!“.
Und wenn er dann tatsächlich kommt, dann würde(nträger) ich ihn auf die Terrasse setzen, Kaffee einschenken und ihm dann Stückchen Himbeersahne-Torte dort hin tragen – mit Würde, natürlich.
Und mein Würdenträger-Brieffreund, der wüsste das zu würdigen, ganz bestimmt.

10 Dag Liebe Himbeer Sahne Torte 2

Himbeer-Torte

Zutaten:
(für eine kleine Springform zum zweimal durchschneiden oder eine Standard-Springform zum einmal durchschneiden)

Für den Biskuit:
3 Eier
10 dag Zucker
8 dag Mehl
2 dag Speisestärke
1 TL Backpulver
2 EL dunkler Kakao

Für die Himbeerfüllung:
6 Blatt Gelatine
40 dag Himbeeren
Saft einer Limette
5 EL Zucker
500 ml Schlagobers
3 EL Staubzucker

Für die Glasur:
200 g Zucker
125 ml Wasser
150 g dunkle Schokolade

10 Dag Liebe Himbeer Sahne Torte 1

Zubereitung:

1) Eine Springform einfetten, Backrohr auf 160 Grad Umluft vorheizen.
2) Mehl, Backpulver, Speisestärke und Kakao mischen und beiseite stellen.
3) Eier mit dem Mixer ca. 1 Minute lang schaumig schlagen. Danach den Zucker unter Rühren einrieseln lassen und danach nochmals alles zusammen 3 Minuten aufschlagen.
4) Die trockenen Zutaten ganz vorsichtig unter den Teig ziehen.
5) Teig in die Springform füllen und im unteren Drittel des Ofens ca. 25 Minuten backen. Danach auskühlen lassen.

6) Für die Himbeer-Sahne die Gelatine einweichen. Die Himbeeren mit dem Zucker und Limettensaft pürieren. Ca. 1/3 des Himbeerpürees erhitzen und die Gelatine darin auflösen. Die Masse für ca. 10 Minuten kühl stellen.
7) In der Zwischenzeit den Schlagobers mit dem Puderzucker steif schlagen. Das abgekühlte Himbeerpüree mit einem Schneebesen vorsichtig unter den Schlagobers heben.
8) Den abgekühlten Biskuitteig je nach Formgröße 1 oder 2 mal durchschneiden. Den untersten Boden in der Form lassen, und wieder mit dem sauber gewaschenen Springformrand umschließen.
Die Creme gleichmäßig auf den Böden (bzw. dem Boden) verteilen. Mit einem Kuchenboden abschließen.
Über Nacht kühl stellen.
9) Am nächsten Tag für die Glasur Zucker und Wasser 5 Minuten sprudelnd kochen lassen. Währendessen Schokolade im Wasserbad schmelzen. Dann unter ständigem Rühren die geschmolzene Schokolade nach und nach mit der Zuckerlösung vermischen. Die Torte mit Hilfe eines Messers vorsichtig aus der Form lösen.
Zuletzt die Glasur großzügig über die Torte gießen.

Alles Liebe,
Annina

Saftiger Marillen-Topfen Blechkuchen und das vorläufige Ende der Mittwochs-Muffins

Nächste Woche fängt bei mir ein neuer Lebensabschnitt an. Meine Karenz ist beendet, das kleinste kleine Mädchen offiziell groß genug fremdbetreut zu werden und ich steige in Teilzeit wieder ins Berufsleben ein. Ich bin dann also Teilzeit-Arbeitskraft und Teilzeit-Mama zweier Töchter.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe ich der kommenden Woche entgegen. Lachend, weil ich mich freue, in Zukunft wieder öfter bei meinem Namen und nicht ausschließlich (ok, fast ausschließlich) „Mama“ genannt zu werden, weil ich mich freue, mein Fachwissen, das ich derzeit in einer der hintersten Schubladen meines Gehirns lagere, hervorholen zu können und weil ich wieder eigenes Geld verdiene und somit endlich wieder das Gefühl habe, aktiv an der finanziellen Versorgung unserer Familie beteiligt zu sein.
Weinend, weil eine wunderbare Zeit, in der ich mich voll und ganz auf meine Kinder (und Herrn B.) konzentriert habe, zu Ende geht, weil ich mir (ganz unbegründet – das weiß ich … aber eben trotzdem) Sorgen um das kleinste kleine Mädchen in der Krabbelstube mache, weil mir mein Wiedereinstieg ein sehr unsicheres Gefühl bereitet (anderes Team, andere Aufgabenbereiche, andere Kollegen, anderes Büro – einfach ALLES anders eben) und weil ich ehrlicherweise zugeben muss, dass ich mein Leben als Mutter und Hausfrau in vollen Zügen genossen habe. Dazu kommt noch ein Stückchen Sorge, ob sich alles so bewältigen lässt, wie ich geplant habe oder ob sich doch noch einiges ändern (müssen) wird.
Was mich gleich zum nächsten Thema bringt:
Meine Wochenenden werden dann natürlich weiterhin auch zum Kuchen backen und bloggen verwendet, allerdings muss ich die Mittwochs-Muffins in nächster Zeit mal komplett ausfallen lassen. Zumindest, bis sich alles eingespielt hat.
Ab der kommenden Woche findet ihr also samstags einen Beitrag auf 10 dag Liebe (den dafür dann aber wieder regelmäßig, versprochen 🙂 )!

Und heute gibt’s auch noch gleich ein Rezept für einen supersaftigen, sommerlichen UND schnellen
Marillen-Topfen-Blechkuchen!

10 dag Liebe Marillen Topfen Schnitten


Zutaten für 1 Blech:

Für Boden und Streusel:
50 dag Mehl
1 Pck. Backpulver
20 dag Zucker
1 Ei
25 dag Butter (zimmerwarm)
Für die Füllung:
ca. 70 dag reife Marillen
15 dag Zucker
75 dag Topfen
3 Eier
2 Päckchen Puddingpulver

Zubereitung:
1) Marillen waschen, entkernen und in grobe Stücke schneiden.
2) Ein Backblech mit Backpapier auslegen, Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.
3) Für den Teig Mehl mit Backpulver mischen, Zucker, Ei und Butter hinzufügen und mit dem Mixer zu Streuseln verarbeiten. Ungefähr 2/3 der Streusel auf dem ausgelegten Backblech verteilen und gut festdrücken, so dass ein glatter Teigboden entsteht. Die restlichen Streusel beiseite stellen.
4) Die Marillenstückchen auf dem Teigboden verteilen.
5) Für die Füllung Topfen, Zucker und Eier gut verrühren. Das Vanillepuddingpulver zuletzt unterrühren.
Die Masse gleichmäßig auf den Marillen verteilen.
6) Die restlichen Streusel auf dem Kuchen verteilen und dann bei 180 Grad ca. 40 Minuten backen. Gut abkühlen lassen!

Habt ein gemütliches Wochenende & alles Liebe
Annina

Wetterunabhängige Beeren-Tarte

Das mit dem Wetter ist ja so eine Sache.
Letzten Sommer zum Beispiel ergoss sich Wasser in rauen Mengen über uns, der Wind pfiff einem um die Ohren und die Temperaturen waren wirklich mehr als bescheiden. Und alle jammerten. Dauernd. Die Top 5 Jammersätze waren:
1) „Dieser Regen dauernd, furchtbar. Wir haben nur noch Schnupfen (lautes Nasehochziehen), aber was erwartet man sich schon anderes bei den Temperaturen ?“
2) „Meine Güte, 10 Grad! Da hatte es ja zu Weihnachten mehr (entnervtes Augenrollen).“
3) „Bei dem Wetter hocken wir nur drinnen. Was sollen wir schon groß unternehmen, regnet ja doch bloß wieder – und das in den Ferien (mürrisches Kopfschütteln)!“
4) „Und die Tomaten … (tiefer Seufzer) alle kaputt. So ohne Sonne werden die nix. Diesmal war’s mir aber wirklich eine Lehre, nie wieder setze ich welche an (noch tieferes Seufzen)!“
5) „Blöd für die Bauern, die können ja gar nicht mähen weil es ständig regnet. Da gibt’s im Winter wohl kein Heu für die Kühe … (dramatische Pause) … und dann schaut’s aber schlecht aus (wissendes Nicken).“

Und dieses Jahr? Sonne satt, Hitze ohne Ende – Sommer eben. Und was passiert? Alle jammern. Dauernd.
Die diesjährigen Top 5 Jammersätze:
1) „Diese Hitze dauernd, furchtbar. Wir haben nur noch Kopfschmerzen (Hand theatralisch an die Stirn gelegt), aber was erwartet man sich schon anderes bei den Temperaturen?“
2) „Meine Güte, 35 Grad! Das hatte es ja im letzten Griechenland-Urlaub nicht mal (Schweißperlen von der Stirn wischen)!“
3) „Bei der Hitze hocken wir nur drinnen. Was sollen wir schon groß unternehmen, ist doch bloß wieder viel zu heiß und anstrengend draußen – und das in den Ferien (mürrisches Kopfschütteln)!“
4) „Und die Tomaten … (tiefer Seufzer) alle kaputt. Wenn da ständig die Sonne hinbrennt werden die nix. So viel kann man gar nicht gießen. Diesmal war’s mir aber wirklich eine Lehre, nie wieder setze ich welche an (noch tieferes Seufzen)!“
5) „Blöd für die Bauern, die können ja gar nicht mähen weil es nie regnet. Wächst ja nix, so ohne Wasser!“
Da gibt’s im Winter wohl kein Heu für die Kühe … (dramatische Pause) … und dann schaut’s aber schlecht aus (wissendes Nicken).“

Uns bei 10 dag Liebe ist das Wetter heuer ziemlich recht. Das kleinste kleine Mädchen erkrankt grundsätzlich an den heißesten Tagen im Jahr, die wir dann ohnehin drinnen verbringen müssen. Und wenn sie mal gesund ist, liegen wir am schattigen Badeplatz und kühlen uns im schönsten See der Welt ab. Und wir essen Eis. Oder Kuchen. Das können wir nämlich auch wenn’s heiß ist. Oder kalt. Oder immer.

10 dag Liebe Beerentarte

Sommerliche Beeren-Tarte

Zutaten:
Für den Boden:
20 dag Mehl
13 dag Butter
1 Ei
9 dag Zucker

Für die Füllung:
12 dag Topfen
10 dag Frischkäse
100 ml Milch
1 großes Ei
5 dag Mehl
1 TL Stärke
5 dag Zucker

Obendrauf:
Gemischte Beeren nach Belieben

10 dag Liebe Beerentarte 2

Zubereitung:
1) Für den Boden Mehl und Butter zu Streuseln kneten. Dann das Ei und den Zucker zugeben und weiter zu einem glatten Teig verkneten. Für 30 Minuten in den Kühlschrank geben.2) Das Backrohr auf 160 Grad Umluft vorheizen. Den Teig ausrollen und eine Tarteform damit auslegen. Teig mit einer Gabel einstechen.
3) Den Boden ca. 7 Minuten vorbacken.
4) In der Zwischenzeit Topfen, Frischkäse und Milch mit dem Handmixer verrühren. Das Ei untermischen, danach das Mehl und zuletzt den Zucker unterrühren.
5) Die Masse auf dem vorgebackenen Boden verteilen. Abschließend die Beeren drüber streuen und alles nochmals für ca. 20 min. backen.
Habt ein sonniges, heißes Wochenende!
Alles Liebe
Annina

Schokoladen-Cheesecake-Muffins mit Kirschen – weil die Sonne scheint!

Letztens saß ich abends auf der Gartenbank vor unserem Haus und genoss dort den Blick auf einen herrlichen Sonnenuntergang. Den ersten seit längerer Zeit, weil es davor unglaublich viel geregnet hatte. Die Mädchen lagen beide schon im Bett und schliefen selig, Küche und Wohnzimmer waren fertig aufgeräumt, Herr B. war noch unterwegs – ich hatte also alle Zeit der Welt, Wald und Wiese im Licht der untergehenden Sonne zu betrachten und die Stille zu genießen. Besagte Stille wurde allerdings kurz darauf von diesem klappernden Geräusch, das Kleinkindsandalen auf Asphalt erzeugen, wenn die Zwerge ganz schnell damit laufen, unterbrochen und einige Augenblicke später sauste auch schon das herzallerliebste kleinste Nachbarmädchen um’s Eck. „Hallo“, rief sie fröhlich, „wo ist’s kleinste kleine Mädchen!?“ „Das schläft schon!“, antwortete ich ihr. Sie warf mir einen ungläubigen Blick zu. „Und’s kleine Mädchen?“, versuchte sie es erneut. „Schläft auch schon längst! Warum bist du denn heute noch so spät wach?“
Das kleinste Nachbarmädchen drehte sein Lockenköpfchen in Richtung Sonnenuntergang und wandte sich dann lächelnd und mit funkelnden Augen wieder zu mir um: „Na, weil die Sonne scheint!“
Und diese Antwort ist bei Schönwetter nun meine neue Lieblingsantwort:
Warum es hier heute ein Rezept für Schokolade-Cheesecake-Muffins mit Kirschen gibt? Na, weil die Sonne scheint!
Warum der heutige Post so kurz ist? Na, weil die Sonne scheint (und wir längst wieder am See liegen)!

Schokoladen-Cheesecake-Muffins mit Kirschen

10 dag Liebe Schokolade Cheesecake Kirsch Muffins

Zutaten (für 12 Muffins):

Für den Schokoteig:
20 dag Mehl
2 TL Backpulver
4 TL Kakaopulver
10 dag Zucker
3 dag Butter (flüssig)
200 ml Milch
2 Eier
8 dag Schokolade (zartbitter)
5 dag Schokotröpfchen („backstabil“)
15 Kirschen

Für die Cheesecake-Masse:
175 g Frischkäse
2 dag Zucker
1 Ei

Zubereitung:
1) Ein Muffinblech mit Papierförmchen (am besten eher festere) auslegen. Die Kirschen waschen, entsteinen und vierteln.
Backrohr auf 180 Grad Umluft vorheizen.
2) Die Zartbitterschokolade schmelzen.
3) Mehl, Backpulver, Kakao und Zucker in einem extra Schüsserl mischen.
4) In einer Rührschüssel die geschmolzenen Butter mit der Milch und 2 Eiern schaumig rühren. Die trockenen Zutaten zugeben und nochmals alles kurz verrühren. Die geschmolzene Schokolade und die Schokotröpfchen unter die Masse ziehen.
5) Den Teig in die Muffinförmchen füllen und die Kirschstückchen gerecht darauf verteilen.
6) Den Schokoladenteig für 5 Minuten ins Backrohr stellen und leicht backen (damit die Cheesecakecreme später nicht komplett versinkt!).
7) In der Zwischenzeit den Frischkäse mit dem Ei und dem Zucker glatt rühren.
8) Die Masse auf dem Schokoladenteig verteilen (ca. 1,5 EL pro Muffin) und alles bei 180 Grad 20 Minuten backen.

Genießt den Sonnenschein und nutzt das herrliche Wetter!
Alles Liebe, Annina

Ribiselschnitten (mit Ribiseln aus dem eigenen Garten)

„Was frisst die Maus, schlägt wieder,
was frisst die Schneck, bleibt ewig nieder.“
(Alte Bauernweisheit)

Unser Garten ist für uns ein kleines Stückchen Paradies.
Als wir noch in einer Mietwohnung mit Balkon wohnten, sehnten wir uns täglich nach einem Stückchen Grün, das wir nach Herzenslust bepflanzen könnten, auf dem wir eine Schaukel und eine Sandkiste für die Kinder (bzw. das Kind, denn damals war`s nur eines) aufstellen und auf dem wir unser eigenes Obst und Gemüse ernten würden.
Vor fast vier Jahren erfüllten wir uns dann diesen Traum und zogen in unser eigenes Reihenhäuschen mit Garten. Seitdem werkeln wir fleißig in unseren Beeten, rupfen Unkraut, mähen den Rasen, schneiden Hecken und sorgen uns um unsere Obstbäume, als wären sie geliebte Haustiere. Herr B. legt ein nahezu fanatisches Bestreben an den Tag, unseren Rasen zum grünsten und dichtesten der Umgebung zu machen. Auf jegliche Art von Kunstdünger, Pestiziden oder Insektengiften verzichten wir, unser Garten soll so natürlich wie möglich sein. Was uns zum Teil vor ein, vorher ungeahntes, Dilemma stellt:
Wir möchten eigentlich nicht (möchten wir WIRKLICH nicht), dass uns Horden von Schnecken sämtliche frisch eingesetzten Pflänzchen (und auch schon fest verwurzelte und seit längerem bei uns beheimateten Pflanzen) bis auf die Stängel kahl fressen. Wir finden das einfach nicht fair. All die Mühe beim Pflanzen umsonst, alles weg … oder löchrig … oder schleimig.
Und trotzdem widerstrebt es uns zutiefst, die Tierchen einfach zu töten. Können ja irgendwie auch nichts dafür, dass sie Hunger haben und zufällig in unserem Garten geboren wurden.
Es erschien uns als unglaublich gute Lösung, die Schnecken Abend für Abend einzusammeln und in unsere Biotonne zu stecken. Dann würden sie mit der Biomüllabfuhr auf die Biomülldeponie gebracht werden, wo sie nach Lust und Laune im Rasenschnitt nach leckeren Salatblättchen, Erdbeeren, Gurken, frischen Staudenblättern und was sie halt sonst so mögen, wühlen könnten. Und wir wären sie los. Ein für alle Mal. Dachten wir.
Doch wir hatten die Rechnung ohne die 300 Schnecken gemacht, die in der Biotonne auf den Transport ins Schneckenparadies warteten (beziehungsweise eben NICHT warteten). Und ja, es waren wirklich 300. Wir hatten sie gezählt (zweimal sogar … dazu komm ich gleich).
Es war ein Montag nach einem besonders erfolgreichen Schneckensammelwochenende, an dem Herr B. frühmorgens das Haus verließ um in die Arbeit zu fahren. Die Haustür schloss sich hinter ihm und öffnete sich Sekunden später erneut. Im Türrahmen ein fassungsloser Herr B. “ Das musst du dir ansehen! Die Natur schlägt zurück.“ war alles, wozu er noch zu sagen fähig war. Etwas irritiert wagte ich einen Blick nach draußen. Was ich sah, verschlug auch mir den Atem. In unserem Carport krochen Unmengen von Schnecken auf dem Asphalt, unzählige Schleimspuren kreuzten sich zwischen den Autos und glitzerten in der Morgensonne. An den Pfosten klebten Schnecken, an der Hausmauer und an den Autos ebenso, Schnecken wohin das Auge reichte. Die Biester hatten tatsächlich die kühle Nacht dazu genutzt, sich allesamt durch den kaum vorhandenen Spalt zwischen Tonne und Deckel zu quetschen. Herr B. entschied sich für die einfachste Lösung. „Muss los, bin spät dran!“ und zack, weg war er.
Zurück blieben das kleinste kleine Mädchen, ich und 300 Schnecken.
Bewaffnet mit Einweghandschuhen und Kübel machte ich mich also wieder auf die Jagd. Und diesmal war ich schlauer.
Nix mehr mit Biotonne und Schneckenparadies. Haben die ja gar nicht verdient. Ich hab sie ausgesetzt. Weit weg und in der Nähe einer kleinen Entenfamilie. Die lieben nämlich Schnecken. Wir nicht.

Was die Schnecken übrigens nicht mochten, ich dafür aber umso mehr liebe, sind die saftigen, reifen roten Ribisel, die im hintersten Eck unseres Gartens wachsen. Die habe ich gestern alle abgeernet und Ribiselschnitten nach dem Rezept meiner Oma draus gemacht.
Und die haben wir dann mit Blick auf unsere (momentan) schneckenfreie Terrasse genossen. Herrlich!

10 dag Liebe Ribiselschnitten Johannisbeerschnitten

Ribiselschnitten

Zutaten (für ein großes Blech)
12 dag Zucker
4 Dotter
15 dag Butter (flüssig)
15 dag griffiges Mehl
15 dag glattes Mehl
1/2 Päckchen Backpulver
1/8 l Milch

8 Eiklar
40 dag Staubzucker
40 dag rote Ribiseln

10 dag Liebe Ribiselschnitten Johannisbeerschnitten 2

Zubereitung:

1) Backrohr auf 160 Grad Umluft vorheizen, ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Eier trennen.
2) Zucker mit Eidottern schaumig rühren, danach die geschmolzene Butter zugeben und unterrühren.
3) Die Milch abwechselnd mit Mehl und Backpulver in den Teig einrühren.
4) Die Masse fingerdick aufs Backblech streichen und im Ofen ca. 15 min leicht vorbacken.
5) In der Zwischenzeit die 8 Eiklar zu Schnee schlagen und langsam den Staubzucker zugeben und cremig dick aufschlagen.
6) Die Ribisel unter die Masse ziehen und alles gleichmäßig auf dem vorgebackenen Teig verteilen und nochmals für ca. 15 – 20 min backen (bis die Masse zart goldbraun ist).

Schönes schneckenfreies Wochenende und alles Liebe
Annina